Sommertour: Europaabgeordneter auf ‘Heimat-Besuch‘

Dennis Radtke: „Europa ist auch hier vor Ort“

Für Dennis Radtke war die Bergbaukulisse auf der Halde „Kissinger Höhe“ wahrlich kein unbekanntes Terrain. Im Gegenteil. An den verschiedenen Stellen seines Hamm-Besuches bekannte sich der gebürtige Bochumer als „Kind des Ruhrgebiets“. Zumal das langjährige CDU- und CDA-Mitglied vor seiner Zeit als Mitglied des Europäischen Parlaments als Gewerkschaftssekretär für die Industrie-Gewerkschaft Bergbau-Chemie-Energie (IGBCE)  tätig war: „Vor diesem Hintergrund bin ich heute aus mehrfacher Sicht in der Heimat unterwegs, um zu zeigen, dass Europa auch hier vor Ort ist.“
Weiter betonte Radtke, dass ihm die Sommertour durch die Ruhrgebietsstädte vor allem aus einem Grund wichtig sei: „Ich sehe meine Hauptaufgabe darin, den Menschen zuzuhören. Ich möchte wissen, was sie beschäftigt und wo die jeweiligen Probleme liegen. Gleiches gilt in Bezug auf die heimischen Firmen und Unternehmen. Deshalb freue mich sehr darüber, dass ich heute Gelegenheit hatte, einige Betriebe in Hamm zu besuchen. Dabei ist mir einmal mehr deutlich geworden, dass Hamm nicht nur ein starker Logistikstandort ist, sondern auch ein Ort mit großer Industrietradition. Wir müssen alles Denkbare tun, um die gut bezahlten Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Dabei ist der aktuelle Wirtschaftskurs der USA sicherlich nicht hilfreich.“
Weiter sagte Radke, dass ihm wegen der vielen Termine in Brüssel und Straßburg leider nicht viel Zeit für Gespräche und Begegnungen in der Heimat bleibe. Zumal die CDU in ganz Nordrhein-Westfalen nur acht EU-Abgeordnete stelle. „Umso wichtiger ist mir diese Sommertour.“ Der Bochumer nutzte die Gelegenheit, um den mehr als 50 CDU-Mitgliedern auf der „Kissinger Höhe“ nachhaltig zu verdeutlichen, dass das Europäische Parlament – entgegen der gängigen Meinung – kein Ort sei, an dem man sich ausschließlich mit bürokratischen Fragen beschäftige. „Wir sprechen im Wesentlichen über zentrale Themen, die jeden von uns betreffen: Dafür sind die Arbeitnehmerentsende-Richtlinien zur Verhinderung von Wettbewerbsverzerrung und Lohndumping nur ein Beispiel.“
Gleichzeitig bekannte der CDU-Politiker, dass Europa aktuell kein gutes Bild zeige. Zumal es derzeit zu viele Parteien im europäischen Parlament gebe, denen nicht wirklich daran gelegen sei, die konkreten Probleme zu lösen:  „Wir müssen aufpassen, dass Populisten, Spaßparteien und andere Gruppen nicht die Oberhand bekommen: Deshalb ist die Europawahl im kommenden Jahr so wichtig.“ Selbstkritisch räumte Dennis Radtke aber auch ein, dass es gemeinsame Anstrengungen brauche, um Europa wieder auf den richtigen Weg zu bringen: „Europa muss in Zukunft mehr sein, als eine Gemeinschaft in Frieden und Freiheit. Die kluge Analyse von Jean-Claude Juncker hat gezeigt, dass wir die soziale Komponente in Zukunft stärken und nach außen hin deutlicher betonen müssen. Das deckt sich im Übrigen eins zu eins mit den Werten und Zielen der Christlich Demokratischen Union.“ Der CDU-Kreisvorsitzende Arnd Hilwig unterstrich in seiner Begrüßung, dass es zahlreiche Verbindungen zwischen Hamm und Europa gebe. Das werde aktuell insbesondere beim Projekt „Erlebensraum Lippeaue“ deutlich, das in großen Teilen über EU-Mittel finanziert werde: „Ohne das Geld aus Brüssel wäre es uns nicht möglich, solche Projekte umzusetzen.“

Auf der Kissinger Höhe

In Cottmanns Hütte