IV. Veränderung erleben: Eine Stadt entwickelt sich

Hamm im stetigen Wandel. So kann nachhaltige Erneuerung der Stadt auf den Punkt gebracht werden. Heute wird Hamm wieder zunehmend als Stadt mit Einkaufswert für die westfälische Region wahrgenommen.

a.    Stadterneuerung

In den vergangenen Jahren wurden hohe Millionenbeträge für die Aufwertung der Innenstadt ausgegeben. Öffentlichen Investitionen folgten private Investitionen. Herausragende Beispiele für die umfassende Stadterneuerung sind das Heinrich-von-Kleist-Forum, der Platz der Deutschen Einheit, der Umbau der Neuen Bahnhofstraße zu einer Allee, die Sanierung des Gustav-Lübcke-Museums, das Technische Rathaus, der Berlet-Komplex, die neue Musikschule, das im Bau befindliche Museumsquartier, der Hotelneubau auf dem ehemaligen C&A-Gelände und der Campus der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL). In den Stadtteilen haben sich moderne Zentren für die Nahversorgung gebildet.

Erfolgreich haben wir das Projekt „Im Westen was Neues“ angegangen. Mit mehr als 45 Millionen Euro wurden und werden der Lippepark Hamm, der Brückenschlag nach Bockum-Hövel und vieles andere geschaffen. Das Projekt verbessert nachhaltig die Lebensqualität und Attraktivität des gesamten Hammer Westens und in der Folge auch der gesamten Stadt Hamm.

In den nächsten Jahren wollen wir

  • die Innenstadt als Einkaufsschwerpunkt für die gesamte Stadt und Region weiter stärken, damit die Kaufkraft in der Stadt erhöht wird. Dazu haben wir den erfolgreichen bürgerschaftlichen „Zukunftsprozess Innenstadt“ gestartet
  • den Hammer Westen entlang der Wilhelmstraße und im Bereich Viktoriaplatz durch geeignete Maßnahmen aufwerten und zu einem städtebaulichen und sozialräumlichen Schwerpunkt machen
  • die Stadteilzentren konsequent für die örtliche Nahversorgung ausbauen
  • die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich bedarfsorientiert generationenübergreifende Projekte verwirklichen lassen
  • die Ringanlagen in der Innenstadt noch attraktiver gestalten (Wiederherstellung des „Rosengartens“ am Südring)
  • die privatwirtschaftliche Entwicklung des Geländes der ehemaligen Paracelsus-Kaserne („Marker Careé“, „ParacelsusPark“) mit Wohnbebauung, Einkaufszentrum und Ansiedlung von An-Instituten (rechtlich eigenständigen Forschungseinrichtungen) nach Kräften unterstützen
  • eine Nachnutzung für die „Cromwell Barracks“ und die „Newcastle Barracks“ realisieren
  • Projekte für studentisches Wohnen in Hamm unterstützen
  • das städtische Handlungskonzept „Wohnen und Pflege 2023“ mit dem besonderen Schwerpunkt „Lebensqualität durch altersgerechtes Wohnen“ umsetzen

b.    Verkehrsinfrastruktur

Unser Straßennetz haben wir seit 1999 mit dreistelligen Millionenbeträgen erweitert und verbessert. Dazu gehören neben Sanierung auch Neubauprojekte wie die Warendorfer Straße und die Johannes-Rau-Straße (Kanaltrasse), die als wichtiger Autobahnzubringer große Wohnbereiche vom Durchgangsverkehr entlasten. Ein weiterer Meilenstein war und ist die Intensivierung des Radwegeausbaus. Mit einem Radverkehrsanteil von 17 Prozent gehört Hamm mittlerweile zu den Spitzenvertretern im bundesdeutschen Städtevergleich. Mit der Kampagne „Klimaschutz und Verkehr“ setzen sich Stadt und Umweltverbände gemeinsam für umweltfreundliche Verkehrsmittel ein.

Unsere Ziele sind

im Städtebau:

  • die Aufrechterhaltung des hohen Investitions- und Sanierungsniveaus
  • die Erneuerung weiterer Lichtsignalanlagen für die „Grüne Welle“ und die Busbeschleunigung
  • die Verlängerung der A 445 von Werl bis zur A 2 in Rhynern durch das Land und den Bund und Anschluss der Unnaer Straße (L 667) an die A 445
  • die Realisierung der B 63n zur Entlastung des innerstädtischen Verkehrsnetzes und des Stadtteils Pelkum
  • Entlastung der südlichen Innenstadt durch eine neue Straße entlang der Ruhr-Lippe-Eisenbahn (RLG-Trasse)
  • Ersatz des Haarener Weges durch eine neue Lippequerung

für den öffentlichen Personennahverkehr:

  • die ständige Optimierung des vorhandenen Linienbusverkehrs (auch mit Blick auf die Verbesserung des Wochenend- und Nachtverkehrs)
  • die Ausweitung des elektronischen Fahrgastinformationssystems auf weitere Haltestellen
  • der Neubau eines Bahnhaltepunktes in Westtünnen

für den Rad- und Fußgängerverkehr:

  • der konsequente Ausbau des heute schon rund 250 Kilometer langen Radwegesystems der Stadt, vorrangig auf Schulwegrouten
  • die Instandsetzung der bestehenden Rad- und Gehwege
  • die Anbindung Hamms an den geplanten „Radschnellweg Ruhr“
  • der behindertengerechte Ausbau der Gehwege
  • die Fortführung des Programms zur Reduzierung von Kinderunfällen

c.    Sicherheit, Sauberkeit & Ordnung

Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung kennzeichnen in besonderem Maße die Lebens- und Aufenthaltsqualität in einer Stadt. Die von uns etablierte Ordnungspartnerschaft zwischen Stadt und Polizei – insbesondere auch beim Kommunalen Ordnungsdienst – hat sich bewährt. Vorbeugen und Beraten sind dabei die Pfeiler des städtischen Auftrags im Rahmen dieser Ordnungspartnerschaft.

Wir treten nachdrücklich für Nulltoleranz bei mutwilligen Verstößen ein. Wer randaliert, zerstört, wild plakatiert oder beschmiert, der muss mit rechtsstaatlichen Konsequenzen rechnen.

Für uns ist es wichtig, dass

  • die städtische Ordnungspartnerschaft erfolgreich fortgesetzt wird
  • die Einsatzorte des Kommunalen Ordnungsdienstes mindestens jährlich bedarfsorientiert neu festgelegt werden
  • die Videoüberwachung dort zum Einsatz kommen kann, wo sie hilft, Gewalt und Diebstähle abzuwehren und Vandalismus und Sachbeschädigungen zu vermeiden oder aufzuklären
  • bürgerschaftliche Initiativen für Sauberkeit und Ordnung in den Wohnquartieren und Grünanlagen (z. B. den Ringanlagen) unterstützt werden

d.    Feuerwehr & Rettungsdienste

Ein zentraler Aktivposten für die Sicherheit in unserer Stadt sind die Hammer Feuerwehr und die anderen Rettungsdienste.

Wir werden auch in Zukunft

  • das ehrenamtliche Engagement der Freiwilligen Feuerwehr durch Fortsetzung des „Hammer Modells“, der erfolgreichen Kooperation von freiwilliger und beruflicher Feuerwehr, und
  • auch die anderen Rettungsdienste und vergleichbaren Dienste wie das Technische Hilfswerk (THW) in ihrer Arbeit unterstützen

e.    Grün in die Stadt

Unsere Stadt wird immer grüner. Die Erfolge sind sichtbar: mit den LIFE-Projekten in der Lippeaue, dem Lippepark Hamm, der Neugestaltung der Ringanlagen, dem Platz der Deutschen Einheit, der Aufwertung der Fußgängerzone Bahnhofstraße, dem Ausbau der Neuen Bahnhofstraße zu einer innerstädtischen Allee, der Sanierung und Sicherung des Baumbestandes entlang der Ostenallee und der Entwicklung und Grüngestaltung des Exerzierplatzes. „Mehr Grün in die Stadt“ ist und bleibt ein Schwerpunkt unserer Arbeit für Hamm. Grün ist Natur, ist Wohlfühlen und Erholung. Grün verschönert unsere Stadt und sichert die Lebensqualität.

Insbesondere folgende Maßnahmen werden wir in den nächsten Jahren in Angriff nehmen:

  • attraktive Aufwertung der Stadteingangstore (eindeutige Priorität hat die Werler Straße)
  • Aufwertung der Übergänge zur Innenstadt (z. B. Gestaltung der Münsterstraße im Bereich zwischen Flugplatz und Lippe- und Kanalbrücken)
  • weiterer Ausbau der Erholungsachse Hamm-Westen mit dem Lippepark Hamm als grünes Band der Stadtbezirke Herringen, Pelkum und Bockum-Hövel
  • Erweiterung des Kurparks um einen Gradierwerk-Garten
  • Fortsetzung der bürgerschaftlichen Aktion „Hamm blüht auf“ mit aktiver städtischer Unterstützung (beispielhaft das „Tulpenfeld“ an der Hammer Straße und das „Gräsermeer“ am Standort des Kunstwerkes „Ekke Nekkepen“)

f.     Landwirtschaft & Verbraucher

Die rund 300 Hammer Landwirte bewirtschaften in Hamm etwa 12 000 Hektar – das ist mehr als die Hälfte der Fläche der Stadt Hamm. Sie versorgen unsere Bevölkerung mit heimischen Lebensmitteln und tragen mit ihrer Arbeit auch zu einer abwechslungsreichen Erholungslandschaft bei.

Wir setzen uns dafür ein, dass

  • die heimische Landwirtschaft als Arbeitgeber erhalten bleibt und die Erweiterung landwirtschaftlicher Betriebe zur Existenzsicherung dauerhaft möglich ist
  • bei der Umwandlung von Acker- und Grünflächen in Wohn- oder Arbeitsgebiete möglichst Ersatzflächen zur Verfügung gestellt werden
  • die Wirtschaftswege in einem guten Zustand sind: Sie sind wichtig für die Bewirtschaftung der Felder und werden zugleich von vielen Bürgern für die Naherholung, zum Joggen, Radfahren und Spazierengehen genutzt.