Innenminister Reul zu den Erfolgen und Herausforderungen der Polizei NRW

„Wir müssen in der digitalen Zeit ankommen“

Innenminister Herbert Reul

Inenminister Herbert Reul ist ein Mann, der für seine deutlichen Worte bekannt ist und der umsetzt, was er ankündigt. Mehr Personal, bessere Ausstattung, kürzere Wege. Diese Versprechen hat Reul in seiner Zeit als Innenminister bereits umgesetzt. „Wir sind besser, schneller und schlagkräftiger geworden“, betonte Herbert Reul beim „Blaulichtgespräch“ im Kurhaus, zu dem die CDU Hamm auf Initiative des Europaabgeordneten für das Ruhrgebiet Dennis Radtke eingeladen hatte. Zu den größten Zukunftsaufgaben der Landespolizei sagte Reul auf die Frage des CDU-Kreisvorsitzenden Arnd Hilwig: „Wir müssen als Polizei in der digitalen Zeit ankommen. Dafür brauchen wir eine noch größere Zahl von gut ausgebildeten IT-Fachleuten und die entsprechende Software. Der gefährlichste Teil der Kriminalität findet mittlerweile im Netz statt.“


„Wir haben gemeinsam viel erreicht“

Zu den Gästen auf der Bühne gehörte auch Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann, der sich eine Ausweitung der bestehenden Gesetze für einen stärkeren Einsatz von Videoüberwachung wünschte – in dem Wissen, dass diese Entscheidung politisch getroffen werden muss. „Wir müssen in der Lage sein, nachgewiesene Kriminalitätsschwerpunkte per Video zu überwachen, um mögliche Täter abzuschrecken“, betonte der Oberbürgermeister. „Es geht mir nicht darum, die ganze Stadt zu kontrollieren.“ Unter den Gästen im Kurhaus waren auch Polizeipräsident Erich Sievert und der Vorsitzende der Kreisgruppe Hamm der Gewerkschaft der Polizei Dirk Schade, denen der Oberbürgermeister seinen Dank für die gute Zusammenarbeit aussprach. „Wir haben gemeinsam viel erreicht: Das gilt für die verstärkte Sicherheit im Bahnhofsumfeld genauso wie für das konsequente Vorgehen bei menschenunwürdigen Arbeitsverhältnissen.“ Hunsteger-Petermann kündigte an, den Kommunalen Ordnungsdienst personell weiter aufzustocken und die Ausbildung zu verbessern: „Gleichzeitig denken wir darüber nach, die Präsenz in den Stadtbezirken weiter zu erhöhen. Das kann aber nicht nach dem Gießkannenprinzip passieren. Die Leute müssen da sein, wo sie wirklich gebraucht werden.“
Forderung nach mehr Respekt


Alle Redner sprachen den Polizistinnen und Polizisten ihren großen Respekt aus – um gleichzeitig zu betonen, dass sie sich diesen Respekt von allen Menschen in Deutschland erwarten. „Unsere Polizistinnen und Polizisten sind auf das Grundgesetz vereidigt und stehen für unsere Werte mit Leib und Leben ein“, betonte Innenminister Herbert Reul. „Deshalb habe ich null Verständnis dafür, wenn unsere Beamtinnen und Beamten beleidigt oder bespuckt werden.“ Natürlich gebe es unter den rund 50.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im nordrhein-westfälischen Polizeidienst nicht nur Vorbilder: „Aber für mich ist es ein Hammer, dass im Zusammenhang mit den aktuellen Rassismus-Diskussionen eine ganze Berufsgruppe unter Generalverdacht gestellt wird. Dagegen verwahre ich mich ganz ausdrücklich.“

Minister Reul auf "Radio Lippewelle"