III. Jede(r) ist wichtig: Die soziale Stadt

Hamm ist eine soziale Stadt. Fast jeder zweite Euro des städtischen Haushaltes wird in die Bereiche Kinder, Jugend, Gesundheit und Soziales investiert. Gut investiertes Geld – trotz knapper Kassen. An vorderster Stelle in ganz Nordrhein-Westfalen beteiligt sich die Stadt Hamm seit 2012 an dem Projekt „Kein Kind zurücklassen“. Wir wollen nicht erst helfen, wenn es schon zu spät sein könnte. Wir wollen präventiv handeln, bevor Probleme entstehen.

a.    Für die Jugend

Im Bereich Jugend sind die städtischen Mittel in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen – nicht zuletzt aufgrund der ausgeweiteten und verbesserten Angebote. Zielperspektive der (auch präventiv orientierten) Kinder- und Jugendpolitik ist es, vorhandene Angebote auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen, Doppelstrukturen zu vermeiden und die Programme wie Maßnahmen auf Zukunft auszurichten. Diese wichtigen Schritte sind elementarer Bestandteil unseres Ansatzes bei dem Projekt „Kein Kind zurücklassen“. Die freien Träger wie auch die Fachverwaltung im Kinder- und Jugendbereich sind daher aufgefordert, ihre Angebote und Programme zukunftsgerecht auszubauen. Nur mit vereinten Kräften und im stetigen Dialog von Politik, Fachverwaltung und freien Trägern ist diese wichtige Aufgabe leistbar.

Für die Zukunft wollen wir

  • die kontinuierliche und verbindliche Weiterentwicklung der Zusammenarbeit von Jugendhilfe, Schule und Sport
  • die Verbesserung der Bildungschancen für alle Kinder, insbesondere aus sozialschwachen Verhältnissen und Familien mit Migrationshintergrund
  • den Erhalt und Ausbau der Jugendfreizeiteinrichtungen von Stadt und freien Trägern
  • Pflege und Ausbau der Netzwerke inklusive Wirkungsevaluation und Dokumentation
  • niedrigschwellige Zugänge zu den Hilfe- und Betreuungsangeboten von Geburt an, über die frühestmöglich informiert werden soll
  • die weitere Unterstützung der Jugendkultur
  • die Erweiterung des Freizeitangebots für junge Menschen mit Behinderung fördern und das Angebot der Ferienfreizeiten verstärkt auch auf Menschen mit Behinderung ausrichten

b.    Für die Familien

Die Familie ist der Kern unserer Gesellschaft. In ihr entstehen enge Verbindungen und persönliche Verantwortlichkeiten für andere Menschen. Im Mittelpunkt stehen dabei immer sowohl die Bedeutung für die Gesellschaft als auch die bestmögliche Entfaltung der eigenen Persönlichkeit.

In Hamm sind in den vergangenen Jahren vielfältige Angebote für Familien entstanden. Dazu zählen das Familienbüro, die Elternschule und die Netzwerke der Jugendhilfe, des Gesundheitsamtes, der niedergelassenen (Kinder-) Ärzte und Kindertageseinrichtungen. Ergänzt werden diese Projekte durch die Stadtteilarbeit in den einzelnen Stadtbezirken.

Als familienfreundliche Stadt werden wir die Qualität und Quantität der Kinderbetreuung erweitern und weiterentwickeln. Dabei wollen wir bedarfsorientiert vorgehen. Wichtiger Baustein sind neben den vielen unterschiedlichen Einrichtungen die Angebote der Tagespflege. Trotz der gestiegenen Angebote gilt für uns unverändert der Grundsatz: Die Betreuung in der Familie ist immer gleichwertig.

Unsere Ziele sind daher

  • der Ausbau der wohnortnahen und flexiblen Betreuungsangebote für alle Altersgruppen und mit einem Schwerpunkt auf Betreuung für unter dreijährige Kinder (U3)
  • die Öffnung und Flexibilisierung der vorhandenen Betreuungsangebote auch außerhalb der bisherigen Zeiten, um Familie und Beruf besser zu vereinbaren
  • der Erhalt der vielfältigen Betreuungsangebote unterschiedlicher Träger (kirchliche Träger, freie Träger, kommunale Träger)
  • die Absicherung der Tagespflegeangebote und weitere Integration dieser Angebote in die Arbeit der 18 Familienzentren
  • die Fortsetzung des Modellversuchs zur Öffnung der Ganztagsschulen in den Ferien, wie erstmalig im vergangenen Jahr vom Rat befristet beschlossen
  • die bessere gesamtgesellschaftliche Integration von Menschen mit Behinderungen
  • eine gute Gesundheitsvorsorge für Kinder und Jugendliche
  • die Unterstützung gerade auch junger Mütter bei der Kinderbetreuung

c.    Für die älteren Mitbürger

Selbstverantwortlich und mobil wollen Menschen in der Lebensphase nach ihrem Berufsleben zunehmend aktiv sein. Dies stellt für die Stadt eine besondere, neue Herausforderung dar, die es in den kommenden Jahren mit der betroffenen Generation gemeinsam anzunehmen gilt.

Älter werden bedeutet vielfach, zum Teil wesentliche gesundheitliche Einschränkungen hinzunehmen. Viele Menschen der älteren Generation wollen so lange wie möglich in ihrem angestammten Lebensumfeld zu Hause wohnen. Notwendige Pflege- und Betreuungsangebote müssen diesem verständlichen Wunsch Rechnung tragen. Daher gilt es, neben den bekannten und klassischen Angeboten, weitere Angebote im ambulanten Bereich zu entwickeln. In einer älter werdenden Gesellschaft kommt Demenzerkrankungen eine zunehmende Bedeutung zu. Diese Erkrankungen sind sowohl für die Betroffenen wie für die Betreuenden eine erhebliche Belastung, die das Leben wesentlich verändert. Tagestrukturierende ambulante Angebote sind im Frühstadium der Erkrankung von großer Bedeutung. Diese wollen wir in Zusammenarbeit mit den freien Trägern weiter entwickeln.

Für unsere älteren Mitbürger wollen wir

  • der Ansprechpartner Nr. 1 sein, wenn es darum geht, Erfahrungen mit in die Entwicklung der Stadt, in allen Lebensbereichen, einfließen zu lassen
  • gemeinsam mit Vereinen, Verbänden und weiteren Initiativen überlegen, wie eine generationenübergreifende Stadtgesellschaft aussehen kann (Quartiersentwicklung)
  • die für ihre Freizeitgestaltung vorhandenen Angebote der Vereine, Verbände und weiteren Initiativen stärken und weitere Angebote gemeinsam mit den Seniorinnen und Senioren zielgruppengerecht schaffen
  • die Weiterentwicklung von ambulanten und stationären Betreuungseinrichtungen (dazu zählen insbesondere tagesstrukturierende Angebote für Demenzerkrankte)
  • das städtische Handlungskonzept „Wohnen und Pflege 2023“ mit dem besonderen Schwerpunkt „Lebensqualität durch altersgerechtes Wohnen“ umsetzen
  • eine Überarbeitung der Angebote für Gesundheitsaufklärung, Erholung und Sport unter dem Aspekt einer bestmöglichen Teilhabe und Mobilität
  • die Weiterentwicklung der Freiwilligenzentrale als Anlaufstelle für ehrenamtliche Arbeit
  • die Weiterentwicklung und Ausbau der Pflege- und Wohnberatung

d.    Für Menschen mit Behinderungen

Die Angebote für Menschen mit Behinderungen sind in den vergangenen Jahren in Hamm stetig ausgebaut worden. Der Behindertenbeirat ist in diesem fortlaufenden Prozess ein wichtiges Bindeglied zwischen Politik, Verwaltung und Betroffenen. Für die Zukunft gilt es, die verschiedenen Lebensbereiche, von der Geburt bis zum Lebensabend, noch stärker als bisher für Menschen mit Behinderungen zu öffnen. Dabei geht es weniger um Vorgaben, sondern um praktische Maßnahmen.

Praktisch stellen wir uns vor, dass

  • der weitere Ausbau der Barrierefreiheit im gesamten öffentlichen Raum schrittweise realisiert wird
  • die Beratungs- und Informationsangebote ausgebaut werden
  • der (internationale) Austausch für Menschen mit Behinderungen intensiviert wird
  • die Zusammenarbeit mit Behindertenorganisationen sich für die Betroffenen immer am praktischen Nutzen orientiert
  • die unterschiedlichen Arbeitskreise behinderter Menschen und Selbsthilfeorganisationen ausreichende Unterstützung erfahren
  • eine zentrale Beratungsstelle in der Stadtverwaltung für behinderte Menschen und deren Angehörigen unter Einbindung der vielfältig vorhandenen Fachkompetenzen geschaffen wird

e.    Für Migranten

In unserer Stadt leben viele Menschen aus mehr als 120 Nationen. 40 Prozent aller Einwohner haben einen Migrationshintergrund. Wir begreifen dies als Chance für unsere Stadt. Um die Chance nutzen zu können, sprechen wir uns dafür aus, so früh wie möglich, Deutsch als verbindende Sprache zu unterrichten. Wir wollen im Kontext der Fördermaßnahmen des Projekts „Kein Kind bleibt zurück“ sowohl die Kinder als auch die Familien fördern. Dabei muss auch der muttersprachliche Unterricht gefördert werden.

Die CDU spricht sich aus

  • für gegenseitigen Respekt und Akzeptanz der verschiedenen Religionen
  • für Ausbau und Verstärkung der Stadtteilarbeit
  • für eine zielgruppenorientierte Seniorenarbeit für Migranten in Anbetracht des demographischen Wandels
  • für eine verstärkte politische Partizipation von Migranten