II. Aus Sicht der nachfolgenden Generationen: Die Stadt der Bildung

Seit 1999 haben wir die Schullandschaft durch außerordentlich hohe Investitionen von Grund auf modernisiert. An nahezu allen Schulen aller Schulformen bestehen mittlerweile Angebote für den Ganztag. Aber die demographische Entwicklung macht auch vor Hamm nicht halt: Angesichts sinkender Kinderzahlen müssen Bildungsangebote angepasst werden.

Wir sind in den Rückbau schulischer Infrastruktur eingetreten, ohne die breite Palette an Schulformen aufzugeben. Neben dem Erhalt aller bisherigen Schulformen (Gymnasien, Gesamtschulen, Realschulen, Hauptschulen, Grundschulen) wurde im Stadtbezirk Herringen auch eine der landesweit ersten Sekundarschulen erfolgreich gegründet.

Eine Vernetzung der städtischen Bildungsaktivitäten wird dabei seit Jahren über den „Plan B(ildung)“ sowie die Aktivitäten des Regionalen Bildungsbüros sichergestellt. Hier werden die verschiedenen Kompetenzen des Schul- und Sozialbereiches, der Arbeitsagentur, der einzelnen Schulen und der sonstigen Bildungsträger konsequent gebündelt.

Die Hammer Bildungslandschaft wollen wir weiterentwickeln, indem

  • wir das hohe Investitionsniveau für unsere Schulen weiter aufrechterhalten
  • wir jede Schulform erhalten, solange der Elternwille das möchte
  • wir weiter dafür arbeiten, die Durchlässigkeit des Schulsystems dauerhaft sicherzustellen
  • wir die Inklusion von Kindern mit Förderbedarf in die Allgemeinen Schulen aktiv unterstützen
  • wir die seit Jahrzehnten erfolgreich arbeitenden Förderschulen parallel und – solange es gesetzlich zulässig ist – als gleichwertiges Angebot zu inklusiven Schulen erhalten
  • wir alle Schulen im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel nach und nach behindertengerecht ausbauen
  • wir mit gezielten Programmen zur Sprachförderung die schulischen Laufbahnen von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund stützen
  • wir die Ausstattung der Schulen mit neuen Medien sicherstellen

a.    Für Kleinkinder & Kinder

Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit sind nur über frühkindliche Bildung und Elternarbeit erreichbar. Die Präventionsarbeit muss bereits unmittelbar nach der Geburt einsetzen. Im Elternhaus wird die Bildungschance eines Kindes maßgeblich beeinflusst.

Deshalb stehen wir für

  • den Auf- und Ausbau der Präventionskette, die Eltern mit einschließt
  • die Aufwertung der frühkindlichen Bildung
  • den Ausbau der Betreuungsangebote (insbesondere Krippen, Tagesmütter, Kindertageseinrichtungen, Ganztagsbetreuung an Schulen)

b.    Für Jugendliche & Heranwachsende

Für Jugendliche und Heranwachsende stellt sich früh die Frage, wie der weitere Lebens- und Bildungsweg aussehen kann. Hier möchten wir erreichen, dass die Übergänge regelmäßig überprüft und bei Bedarf optimiert werden.

Insbesondere ist es unser Anliegen, dass:

  • an den Schulen qualitativ hochwertige Beratungen der Eltern und Schüler bei deren Übergängen nach der 4. und 10. Klasse stattfinden
  • die Jugendlichen früh mit den schulischen oder beruflichen Perspektiven in Kontakt gebracht werden
  • Begleitung und Beratung an den Schnittstellen zwischen Schulen und Hochschulen sowie Schulen und Ausbildungsbetrieben intensiviert werden
  • es weitere Kooperationen zwischen Schulen und Unternehmen gibt: zum einen für deren Nachwuchsgewinnung, zum anderen zum Aufzeigen einer beruflichen Perspektive

c.    Für Studierende

Mit der Vollendung der Ansiedlung der beiden Hochschulen in Hamm, der HSHL und der SRH, hat die Stadt einen wesentlichen Schritt zur Etablierung als Hochschulstandort gemacht. Der Erwerb verschiedener akademischer Abschlüsse ist damit auch in Hamm möglich. Zukünftig werden in unserer Stadt mehr als 3000 Studierende präsent sein und das Stadtbild schrittweise und nachhaltig prägen.

Die Hochschulen spielen daher auch eine wesentliche Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Hamm. Eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung ist mit dem Wissen und der Bildung aus und in dem Hochschulbereich besser möglich als bisher. Die Ausrichtung der Hochschule Hamm-Lippstadt auf die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sowie der SRH Hochschule auf Logistik, Energie und Betriebswirtschaft bieten die ideale Ergänzung zur Arbeit der Wirtschaftsförderung in Hamm.

Zur weiteren Profilierung unserer Stadt als Standort akademischer Bildung wollen wir uns um eine Erweiterung des Hochschulangebots bemühen.

Wir unterstützen die Hochschulen daher

  • bei ihrem Aufbau wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und sportlicher Netzwerke
  • gemeinsam mit der Akademischen Gesellschaft Hamm bei der Einbindung gesellschaftlichen Engagements für die Hochschulen
  • beim Transfer des hochschulischen Wissens in die Wirtschaft unter Einbindung der HAMTEC GmbH und der Wirtschaftsförderung Hamm, um einen neuen, hochschulorientierten Technologiepark auf dem Paracelsus-Gelände zu entwickeln
  • durch die Weiterentwicklung der städtischen Angebote mit studentischen Bezügen
  • mit der privatwirtschaftlichen Entwicklung des Paracelsus-Geländes an der Marker Allee zu einem attraktiven Wohn-, Arbeits-, Forschungs- und Lebensquartier im Herzen der Stadt

d.    Für Auszubildende

Gerade die berufliche Bildung ist für die Zukunft unserer Stadt, für qualifizierte Arbeitsplätze und für die Konkurrenzfähigkeit der heimischen Wirtschaft von ausschlaggebender Bedeutung. Die berufliche Ausbildung steht gleichberechtigt neben dem Hochschulstudium als Chance für junge Frauen und Männer. Unsere Berufskollegs sind das Bindeglied zwischen Arbeitswelt und theoretischen wie praktischen beruflichen Kenntnissen.

Wir wollen

  • durch unsere aktive Wirtschaftsförderung die Unternehmen in die Lage versetzen, Ausbildungsplätze zu sichern und zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen
  • die Durchlässigkeit der beruflichen Ausbildung mit den Angeboten der Berufskollegs – sowohl für Auszubildende, Gesellen und Meister als auch für Techniker und Studierende – weiter verbessern