CDU-Kreisagrarausschuss diskutiert Zukunft der Landwirtschaft

Friedrich Witte als Vorsitzender wiedergewählt

Die Stimmung der Landwirte ist gedrückt. Nicht nur bei der Demonstration der Bauern in Berlin, sondern auch bei der Mitgliederversammlung des Kreisagrarausschusses der CDU Hamm in der Gaststätte Alte Mark trugen die Landwirte jetzt ihre Sorgen vor. Dabei stießen sie auf die offenen Ohren von Markus Höner, dem Vorsitzenden des CDU-Agrarausschusses Nordrhein-Westfalen, der selbst in Hamms Nachbarstadt Beckum einen Hof bewirtschaftet und vom Agrarausschussvorsitzenden Friedrich Witte nach Hamm eingeladen worden war. Als weiteren Gast begrüßte Witte den Kreisvorsitzenden der CDU Hamm, Arnd Hilwig.
"Die CDU will weitere Wirtschaftswege in Hamm sanieren", sagte CDU-Kreisvorsitzender Arnd Hilwig. Im laufenden Haushalt habe die CDU durchgesetzt, dass eine halbe Million Euro zusätzlich für Wirtschaftswege zur Verfügung stehen. Damit konnte der Osttünner Weg für 130.000 Euro saniert werden. Kommendes Jahr müsse man Wirtschaftswege im Kirchspiel und in der Bauernschaft Frielick erneuern. Zudem forderte Hilwig die Erarbeitung eines Wirtschaftswegekonzeptes für das gesamte Stadtgebiet. "Wir sind eine große Stadt mit vielen ländlich geprägten Bauernschaften. Wir müssen daher den Zustand der Wirtschaftswege einmal erfassen und dann zu einer nachhaltigen Verbesserung kommen", so Hilwig. Das Land Nordrhein-Westfalen fördere solche Vorhaben.

Friedrich Witte, der einen Hof in Weetfeld bewirtschaftet, wurde sodann einstimmig erneut als Vorsitzender des Kreisagrarausschusses gewählt, in dem gut 70 Landwirte organisiert sind. Auch sein Stellvertreter Burkhard Wiehoff, Landwirt in Osttünnen, sowie Schriftführer Heinz Friedrich Schäfer, Landwirt in Pelkum, wurden in ihren Ämtern bestätigt. Als weitere Vorstandsmitglieder wurden Claus Binkhoff, Peter Oberg, Thomas Behrens, Wilhelm Freisfeld und Christian Sturm gewählt.

Der Vorsitzende des Agrarausschusses der CDU Nordrhein-Westfalen Markus Höner sagte, die Bauern seien nicht länger bereit, sich als Subventionsabgreifer und Umweltverschmutzer beschimpfen zu lassen. Das „Bauernbashing“ sei in hohem Maße unfair und stelle eine ganze Berufsgruppe an den Pranger. Das Agrarpaket der Bundesregierung habe nun „das Fass zum Überlaufen“ gebracht. In kürzester Zeit sei es gelungen, die Landwirte gegen das Agrarpaket zu mobilisieren. „Die Proteste sind wichtig und ehrenwert“, so Höner.
Die Landwirte seien sich ihrer Verantwortung bewusst, in ausreichender Menge und Qualität Grundnahrungsmittel zu produzieren, um die Gesellschaft täglich mit frischen und hochwertigen Lebensmitteln zu versorgen. „Dazu benötigen wir aber Planungssicherheit“, betonte Höner. Wenn Leistung für mehr Tierwohl von den Landwirten gefordert werde, dann müsse sie auch finanziert werden.
Die Verbraucher erwarteten höchste Qualität und hohe Umwelt- und Tierschutzstandarts. „Doch 20 Cent mehr für das Kilo Fleisch zu bezahlen, ist der Kunde nicht bereit“. Hoher Preisdruck auf den globalen Märkten, Boden als Spekulationsobjekt sowie die Versiegelung und Ausgleichsmaßnahmen seien reale Kostentreiber, die die Landwirte zusätzlich unter Druck setzten.
„Stickstoffe gehören natürlich nicht ins Grundwasser“, doch nicht für jeden hohen Nitratwert dürfe die Landwirtschaft verantwortlich gemacht werden, meinte Höner. Pflanzenernährung und Grundwasserschutz gingen grundsätzlich zusammen. Erforderlich sei aber ein engeres regionales Messstellennetz zur Untersuchung der Grundwasserkörper, um Rückschlüsse ziehen und Ursachenforschung betreiben zu können.
Höner unterstrich die Notwendigkeit, die gemeinsame EU-Agrarpolitik weiterzuentwickeln. Nur einheitliche Standards könnten einen negativen Wettbewerb der Mitgliedsstaaten in der Struktur-, Umwelt- und Förderpolitik verhindern. Ziel müsse ein langfristig gesicherter Agrarhaushalt sein, der dafür sorge, dass das Geld auch bei den Landwirten ankomme. Die Auflagen müssten vereinfacht und praxisorientierter umsetzbar sein.
Höner erklärte, dass die Sorgen der Landwirte von der CDU Nordrhein-Westfalen sehr ernst genommen würden. Friedrich Witte kündigte an, dass der Kreisagrarausschuss auch in Zukunft Themen der Landwirtschaft aufgreifen und sich im Interesse einer lösungsorientierten praktischen Politik einbringen werde.