CDU Hamm feiert „Tag der Deutschen Einheit“ mit großem Festakt

04.10.2018

„Werden Schieflage nicht einfach so hinnehmen“
 

Die traditionelle Gedenkfeier der CDU Hamm am Tag der Deutschen Einheit beleuchtete das gesellschaftliche Zusammenleben in Zeiten wachsender Bedrohungen. Dabei wurde der zunehmende Populismus ebenso als Gefahr ausgemacht wie der stetig steigende Materialismus. „Das Grundgesetz, auf das wir Deutschen mit Recht stolz sind, gilt für alle Menschen gleich. Es geht aber nicht nur mit Rechten einher, sondern auch mit Pflichten. Es kann sich nicht jeder das heraussuchen, was ihm gerade passt“, betonte der CDU-Kreisvorsitzende Arnd Hilwig vor rund 250 Gästen im Heinrich-von-Kleist-Forum.
„Ich stelle in unserem Land eine Schieflage fest. Es gibt immer mehr Menschen, bei denen die Grenzen von Anstand und Respekt gefallen sind. Das werden wir nicht einfach so hinnehmen“, sagte Arnd Hilwig weiter. Ähnlich nachdenklich äußerte sich auch Professor Dr. Thomas Sternberg als Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken in Deutschland. „Ich habe das Gefühl, dass die sogenannten sozialen Medien mitunter ganz schön asozial sind, wenn ich auf die üblichen Diffamierungen und Beschimpfungen blicke.“ Im weiteren Verlauf betonte der Festredner die besonderen Verdienste der Christen auf dem Weg zur Deutschen Einheit „Für uns war das überraschend, was da seinerzeit passierte: Die einzige gelungene Revolution auf deutschem Boden, der Sturz einer Diktatur ohne Blutvergießen. In den ersten Parlamenten waren auffallend viele Christen, auch viele Pfarrer. Woher kam das? Es war wohl das Erlebnis einer Minderheit in einem Staat, der weltanschaulich anders ausgerichtet war.“ Gleichzeitig betonte Sternberg die besonderen Verdienste von Helmut Kohl. Er habe die historische Chance zur Deutschen Einheit nicht nur erkannt, sondern auch mit größter Entschlossenheit genutzt. Mit einem Augenzwinkern ergänzte er im Hinblick auf die verhältnismäßig kurze Zeit zwischen Mauerfall und Deutscher Einheit. „Bei den richtig wichtigen Dingen kommen wir Deutschen eben doch aus dem Quark. Dieses Wissen kann in Zeiten wie diesen durchaus ein Trost sein, wenn sich Großprojekte wie der Berliner Flughafen endlos hinziehen.“
Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann erinnerte in seinem Grußwort daran, dass der Mensch nach christlicher Soziallehre zunächst für sich selbst verantwortlich sei. „Erst wenn das nicht mehr gelingt, ist die Solidarität der Gesellschaft gefordert. Die Bürger der ehemaligen DDR sind in einem anderen Bewusstsein aufgewachsen. Diese grundsätzlichen Unterschiede lassen sich bis heute feststellen. Teilweise verstehen wir uns noch immer nicht – obwohl wir eigentlich die gleiche Sprache sprechen. Darin liegt ein großes Problem, an dem wir gemeinsam arbeiten müssen.“ Gleichzeitig appellierte der Oberbürgermeister eindringlich, keinesfalls die gemeinsamen christlichen Werte zu opfern. „Wenn wir unseren Kern aufgeben, werden wir beliebig und austauschbar. Wohin das führt, lässt sich andernorts beobachten.“
Das „Geistliche Wort“ sprach der evangelische Pfarrer Matthias David, der sich ausgehend vom Motto des diesjährigen Katholikentages „Suche Friede“ intensiv mit den zehn Geboten und deren Bedeutung für die heutige Zeit auseinandersetzte. Nur der Friede gewähre einen Freiraum, in dem das Leben geschützt sei. Seine Ausführungen mündeten in einem Satz des heiligen Paulus: „Alles Große im menschlichen Leben braucht einen langen Atem.“