CDU Hamm feiert Tag der Deutschen Einheit

03.10.2019

„Unsere Freiheit ist nicht selbstverständlich“

Der schwarz-rot-goldene Kranz, den der CDU-Kreisvorsitzende Arnd Hilwig und Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann am Grenzpfahl auf dem Platz der Deutschen Einheit niederlegten, war nicht nur ein Gedenken an die mehr als 140 Mauertoten, sondern auch eine Mahnung für die Zukunft: „Die Errungenschaften der Deutschen Einheit dürfen uns nicht selbstverständlich werden. Wir müssen immer wieder neu für die Freiheit und unsere gemeinsamen Werte eintreten.“
Ähnliche Worte hatten der CDU-Kreisvorsitzende und der Oberbürgermeister zuvor auch schon bei der traditionellen Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit gefunden, die am Vorabend des Feiertages im Heinrich-von-Kleist-Forum stattfand. Bei seiner Begrüßungsrede hatte der CDU-Kreisvorsitzende vor rund 250 Gästen von seinen Erinnerungen aus Jugendtagen berichtet: „Ich selbst bin in Nordhessen an der Grenze zur ehemaligen DDR aufgewachsen. Wir konnten die Wachttürme und Grenzschützer sehen. Der Grund der Werra war mit Selbstschussanlagen durchzogen. Diese Erlebnisse haben mich tief geprägt: Deshalb bin ich bis heute dankbar für den Mauerfall und das Wunder der Deutschen Einheit. Der Tag der Deutschen Einheit erinnert uns, dass Freiheit nicht selbstverständlich ist, sondern entschlossen verteidigt werden muss. Wir müssen dagegen halten, wenn Hetze und Populismus um sich greifen.“
Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann erinnerte, dass er wenige Tage vor dem Mauerfall zu Besuch in Berlin gewesen sei: „Selbst da war von den bevorstehenden historischen Ereignissen noch nichts zu spüren gewesen.“ Vor allem würdigte der Oberbürgermeister den Mut der Demonstranten: „Ihre Träume waren stärker als die Mauer – und der Mut war größer als die Angst vor der Volkspolizei.“ Auch heute müsse die Gesellschaft ihre Kraft aus gemeinsamen Träumen ziehen, erklärte Thomas Hunsteger-Petermann weiter: „Für Hamm haben wir Träume: Viele davon sind schon in Erfüllung gegangen – wie etwa die Ansiedlung einer eigenen Hochschule. Andere werden derzeit umgesetzt – wie das Wassersportzentrum und der direkte Zugang zum Wasser oder das Innovationszentrum.“
Errungenschaften Europas gegen Populismus verteidigen
Die Festrede hielt in diesem Jahr Dr. Uli Brückner, Jean-Monnet-Professor am Berliner Center der Standford University. Der Professor zog zunächst eine positive Bilanz der Deutschen Einheit: „Die Einheit hat maßgeblich dazu beitragen, dass wir reicher und international wieder anerkannter sind.“ Unter seinem Vortragsthema „Der Zukunft zugewandt? Deutschland und Europa 30 Jahre nach dem Mauerfall“ stellte der Referent die Deutsche Einheit in einen europäischen Kontext, um daraus seine Forderungen für die Zukunft abzuleiten: „Bis heute war die Europäische Union ein sehr erfolgreiches Projekt für Freiheit und Wohlstand – dieses gemeinsame Projekt ist aktuell gefährdet. Das zeigt insbesondere das Beispiel Großbritannien: Ein Ausscheiden der Briten aus der Europäischen Gemeinschaft diskreditiert unsere westliche Demokratie.“ Ein Grund für die aktuellen Probleme liege vor allem in der Sprache der Populisten: Die Errungenschaften Europas – wie etwa die gemeinsame Währung oder das Schengener Abkommen – würden ins Negative umgekehrt und als vermeintliche Probleme ausgemacht: „Wir dürfen uns die Lufthoheit über die Bestimmung unserer Werte nicht nehmen lassen“, betonte Brückner.
Pfarrer Michael Schmidt von der Emmaus-Kirchengemeinde Hamm erinnerte bei seinem Geistlichen Grußwort daran, dass jeder Aufbruch mit Mühen verbunden sei: Beispiel dafür sei der Aufbruch des Volkes Israel bei der Flucht aus Ägypten. „Wir müssen immer wieder bereit sein, für die Freiheit etwas zu wagen und die Mühen auf uns zu nehmen. Der Weg in Freiheit erfordert Kraft, Geduld und Mut.“ Der Pfarrer empfahl, die zehn Gebote als die zehn großen Freiheiten zu verstehen: „Sie bilden das Geländer, an das wir uns halten sollen.
Diesen Gedanken unterstrich Vera Dunkel-Gierse als stellvertretende Vorsitzende der CDU-Hamm bei der Abschlussrede der Einheitsfeier: „Nichts ist selbstverständlich. Schon gar nicht unsere Freiheit. Deshalb gehört das Gedenken an die Deutsche Einheit mit zu den wichtigsten Veranstaltungen der CDU Hamm.“