Stadtentwicklung: Über 100 Teilnehmer bei Offener Sitzung der CDU-Fraktion

22.02.2017

„Hamm hat noch jede Menge Potenzial“

Es ist ein Bericht, von dem die weitere Entwicklung der Stadt Hamm entscheidend abhängt: Der Stadtentwicklungsbericht zeigt deutlich, wo die Potenziale der Stadt Hamm liegen – und an welchen Stellen neue Betriebe und Wohnflächen entstehen dürfen. „Innerhalb Nordrhein-Westfalens wurden seit 2010 3800 Hektar Industrie- und Gewerbeflächen zurückgeführt. Wir sind in diesem Bereich zum Glück noch sehr gut aufgestellt. Hamm hat jede Menge Potenzial“, betonte der CDU-Kreisvorsitzende Arnd Hilwig gegenüber den über 100 Teilnehmer im Technischen Rathaus. Die Ergebnisse des Stadtentwicklungsberichtes, der auch Grundlage für die Regionalplanung der Metropole Ruhr ist, wurden im Rahmen einer Offenen Sitzung von der CDU-Fraktion diskutiert. Deutliche Kritik übten der Fraktionsvorsitzende Dr. Richard Salomon und der CDU-Kreisvorsitzende Arnd Hilwig an den immer höheren Auflagen bei Gewerbeansiedlungen und Straßenbauprojekten – insbesondere im Hinblick auf den Natur- und Umweltschutz. „Natürlich ist uns als CDU auch am Schutz von Pflanzen und Tieren gelegen, wie sich insbesondere beim Projekt ,Erlebensraum Lippeaue“ zeigt. Trotzdem muss die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben. Gerade im Zusammenhang mit der veränderten Streckenführung bei der A445 ist diese Verhältnismäßigkeit aus unserer Sicht nicht mehr gegeben. Wenn die Straße im Bereich Hilbeck noch näher an die Häuser heranführen soll, dann ist das Projekt faktisch kaputt. Verkehr funktioniert nun einmal nicht ohne Eingriff in den Naturraum“, so Hilwig.
Die Ergebnisse des Stadtentwicklungsberichtes zeigen für die neun Sozialräume im Bereich der Stadt Hamm deutliche Unterschiede – die größten Potenziale für die Ansiedlung neuer Gewerbe- und Wohnflächen bietet demnach der Sozialraum Pelkum. „In weiteren Teilen hat es natürlich mit dem ehemaligen Gelände von Bergwerk Ost zu tun, dass sich hier andere Möglichkeiten bieten als in anderen Bereichen der Stadt Hamm“, betonte Stadtbaurätin Rita Schulze-Böing. Genauso wenig sei es überraschend, dass im Sozialraum Mitte vergleichsweise wenig Flächen für neue Wohnungen und Betriebe zur Verfügung stehen, worauf Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann mit Blick auf die Stadtentwicklungsgesellschaft klarstellte, dass Stadtentwicklung auch mit der Abrissbirne zu tun habe: „Gerade mit Blick auf die Innenstadt kann ich heute schon prognostizieren, dass durch den zunehmenden Einkauf im Internet weitere Einzelhandelsflächen vom Markt verschwinden werden. Diese Lücke müssen wir mit weiteren Wohnraum und weiteren Angeboten zur Steigerung der Aufenthaltsqualität schließen.“ Gleichzeitig betonte der Oberbürgermeister einmal mehr, dass die weitere Entwicklung der Innenstadt nicht alleine von der öffentlichen Hand gestaltet werden könne: Schließlich habe man in den vergangenen Jahren allein in die Entwicklung des Bahnhofsquartiers rund 200 Millionen Euro investiert. „In jedem Fall aber freut es mich, dass für das ehemalige Quelle-Haus eine gute Lösung gefunden worden ist. Dieses Beispiel zeigt, dass es manchmal etwas Geduld braucht, bis sich etwas tut.“