Landwirtschaft mit Herz und Seele

15.03.2017

"Bodenlos. Populistisch. Ein Fall für den Bundesrechnungshof!"

Mit scharfen Worten kritisierte die CDU-Landwirtschaftsexpertin Christina Schulze Föcking die Bauernregeln-Kampagne von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, die den Landwirten pauschal schwere Vergehen beim Natur- und Tierschutz vorwirft. „In der Bundesrepublik Deutschland ist es ein einmaliger Vorgang, dass eine komplette Berufsgruppe an den Pranger gestellt wird“, bestätigte Schulze Föcking die Einschätzung des Hammer CDU-Kreisvorsitzenden Arnd Hilwig. In seiner Begrüßung hatte Hilwig lobende Worte für das jüngste Positionspapier des CDU-Bundesfachausschusses „Landwirtschaft und ländlicher Raum“ gefunden, das Anfang März veröffentlicht worden war: „Vor allem habe ich mit großer Freude zur Kenntnis genommen, dass sich die CDU unmissverständlich für verlässliche Rahmenbedingungen für die Land- und Agrarwirtschaft ausspricht. Die CDU Hamm steht an der Seite der heimischen Landwirtschaft. Wir geben landwirtschaftlichen Betrieben die Möglichkeit, sich weiter zu entwickeln. Mit dieser klaren Haltung unterscheiden wir uns in weiten Teilen von den politischen Mitbewerbern“, betonte Hilwig. Neben dem CDU-Kreisvorsitzenden gehörten auch die Bundestagsabgeordnete Sylvia Jörrißen sowie der Landtagsabgeordnete Oskar Burkert zu den rund 100 Gästen auf Hof Kottmann.

Auch aus eigener Erfahrung betonte Christina Schulze Föcking, dass Landwirte ihrer Arbeit mit Herz und Seele nachgehen. „Dieses Selbstverständnis gibt es nicht in allen Berufen. Umso mehr ärgert mich die pauschale Kritik.“ Gemeinsam mit ihrem Mann betreibt die stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion im Landtag NRW einen landwirtschaftlichen Betrieb im Kreis Steinfurt. Die Unionspolitikerin war auch auf Einladung der Landfrauen nach Hamm gekommen, denen sie auf „Hof Kottmann“ an der Bezirksgrenze zwischen Heessen und Bockum-Hövel in weiten Teilen aus dem Herzen sprach. „Anstelle von Häme verdienen unsere Landwirte jede Form der Unterstützung: Vielen Betrieben steht das Wasser bis zum Hals. Etliche Höfe, die teilweise seit Jahrhunderten bestehen, kämpfen um ihre Existenz. So eine Kampagne ist wirklich das allerletzte, was unsere Landwirte in Zeiten wie diesen gebrauchen können.“

Wie Gastgeberin Andrea Kottmann wies auch Christina Schulze Föcking den Vorwurf entschieden zurück, dass es unter deutschen Landwirten einen sorglosen Umgang mit Medikamenten gebe: „So etwas können nur Menschen behaupten, die keine Ahnung davon haben, was Medikamente für Tiere kosten. Über die wirtschaftlichen Aspekte hinaus gibt es auch bürokratische Argumente, über die sich die entsprechenden Vorwürfe eindeutig entkräften lassen: Schließlich müssen wir alle Schritte haarklein dokumentieren, gerade im Zusammenhang mit der Verabreichung von Medikamenten.“

Als Ziele für die Zukunft formulierte Schulze Föcking den Abbau von Bürokratie, die Einführung von Sachkundenachweisen zur Qualitätssicherung in der Landwirtschaft und die finanzielle Kompensation für Ackerflächen, die durch anderweitige Projekte nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden können. Zugleich beklagte Christina Schulze Föcking die schlechte Darstellung der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit sowie die gravierenden Wissenslücken bei Kindern und Jugendlichen: „Wir müssen noch stärker als bislang in die Schulen und Kindergärten gehen, um zu erklären, wie unsere Nahrungsmittel entstehen. Gerade die Landfrauen engagieren sich hier in vorbildlicher Weise.“ Auch Nordrhein-Westfalen als drittstärkstes Agrarland in Deutschland müsse ein großes Interesse an einer starken Landwirtschaft haben. Gegenwärtig sichere sie jeden achten Arbeitsplatz im bevölkerungsreichsten Bundesland. „Allein der Kunde entscheidet über die jeweiligen Produkte. Deshalb hat die konventionelle Landwirtschaft genauso ihre Berechtigung wie die biologische; zumal heute schon über acht Milliarden Menschen ernährt werden wollen.“