Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe auf Wahlkampftour in Hamm

10.08.2017

„Keine Mauern bauen, wo wir Brücken brauchen“

Eine kämpferische Bundestagsabgeordnete und einen gut gelaunten Bundesminister für Gesundheit erlebten die rund 200 Besucher der Kundgebung der CDU im Kurpark Bad Hamm. Bei bestem Wetter bildete der Musikpavillon im Kurpark die Bühne für Sylvia Jörrißen und Hermann Gröhe. Die Bundestagskandidatin aus Hamm und der Spitzenkandidat der CDU Nordrhein-Westfalen nutzten ihre Redezeit vor allem, um auf die jüngsten Leistungsverbesserungen in der Pflege einzugehen. Zugleich mahnten sie weitere Fortschritte bei der Gewinnung qualifizierter Pflegefachkräfte an.
„Wir können stolz sein auf das, was uns in dieser Legislaturperiode mit der umfassenden Pflegereform gelungen ist“, sagte der Minister. „Mit insgesamt drei Gesetzen haben wir die Leistungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen um fünf Milliarden Euro erhöht, was einer Leistungssteigerung von 22 Prozent entspricht.“ Mit dem Herzstück der Reform, dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff, stehe bei der Begutachtung der zu Pflegenden jetzt deren Selbstständigkeit im Fokus. „So haben wir mit der Pflegereform durchgesetzt, dass seit dem 1.1.2017 endlich auch demenziell Erkrankte die gleichen Leistungen erhalten“, betonte Gröhe.
„Die Reform war dringend nötig!“, erklärte Jörrißen. Die größten Herausforderungen in der Pflege sieht die Bundestagskandidatin im demografischen Wandel, der steigenden Lebenserwartung und dem vorherrschenden Fachkräftemangel. Gröhe erklärte, dass zu den heute 5 Millionen im Gesundheitssystem tätigen Menschen weitere hinzukommen müssten. Besonderen Bedarf sieht er bei den Pflegekräften. „Wir brauchen Menschen, die sich begeistern lassen für eine Ausbildung in Gesundheits- und Pflegeberufen“, betonte der Minister. Einen Beitrag dazu leiste das vom Bundestag beschlossene Pflegeberufegesetz, das ab 2020 eine hochwertige und zeitgemäße Ausbildung mit breiten beruflichen Einsatzmöglichkeiten biete. Damit werde zugleich endlich das Schulgeld in der Altenpflege abgeschafft, so der Minister.
Den größeren Bedarf an Medizinern will der Minister durch zusätzliche Studienplätze decken. Dazu begrüßte er die Initiative der neuen NRW-Landesregierung, eine Medizinische Fakultät an der Hochschule Bielefeld zu gründen.
Auch beim Thema Entbürokratisierung – mehr Zeit für Pflege und weniger für die Dokumentation – sei man, dank des Einsatzes von Karl-Josef Laumann, ein gutes Stück vorangekommen, so Gröhe.
Das Gesundheitssystem fit machen, um chronisch Kranken besser helfen zu können, ist ein weiteres wichtiges Anliegen des Ministers. Deshalb will Gröhe die Zusammenarbeit der Leistungsanbieter verbessern. „Wir dürfen keine Mauern bauen wo wir Brücken brauchen“, betonte der Minister.
Für Jörrißen steht fest: „Wir als CDU haben in dieser Legislaturperiode die Situation der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen gestärkt, ohne dabei die Menschen aus den Augen zu verlieren, die in der Pflege arbeiten. So geht verantwortungsvolle Politik, die wir auch in den nächsten Jahren fortsetzen wollen.“